Mariannhiller Missionsschwestern vom kostbaren Blut

Ordensausbildung

Der Weg in den Orden, in unsere Gemeinschaft ist ein vielfältiger Weg, der in verschiedenen Stufen abläuft.

Zuerst und vor allem ist es ein Weg zu Gott, zu dem, der uns ruft, zu unseren tiefsten Quellen. Es ist ein Weg, der uns frei macht für Gott und so für die Menschen. 

Es ist auch ein Weg zu sich selbst, in ein tieferes Verständnis der eigenen Person, mit all ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen.

Es ist ein Weg in die Gemeinschaft, in das Verständnis für die andere, in das Zusammenleben zwischen verschiedenen Kulturen, Altersstufen, Interessen. Es ist ein Weg in die Spiritualität unserer Gemeinschaft.

Es ist ein Weg zu den Menschen, zu denen wir gesandt sind. Ein Weg in das Verstehen ihrer Situation, ihrer Nöte und Freuden.

Die Ordensausbildung ist ein stets weiterführender Weg- ein lebenslanger Prozess, ein Lebensweg.

Vor dem eigentlichen Eintritt in die Gemeinschaft beginnt er mit der

Vorbereitungszeit:

Während dieser Zeit lernt die an einem Eintritt in unsere Gemeinschaft interessierte Frau mit der Begleitung einer Schwester unsere Gemeinschaft durch Besuche, Gespräche, Besinnungstage usw. unsere Gemeinschaft und Kongregation näher kennen und die Kongregation lernt sie kennen. Die interessierte Frau lernt, ihren Glauben und ihr Gebetsleben zu entfalten und den Ruf Gottes in ihrem Leben und Seinen Plan für sie genauer zu erspüren.

Erhält die interessierte Frau mehr Klarheit über ihren Weg und sieht sie ihn in unserer Gemeinschaft, kann sie darum anfragen, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden.

Vorraussetzung für einen Eintritt:

Um in unsere Kongregation einzutreten, sollte die interessierte Frau nicht älter als 35 Jahre sein (wobei es immer wieder Ausnahmen gibt - ), sie sollte einen abgeschlossenen höheren Schulabschluss/Studium oder eine Berufsausbildung haben, sie sollte im katholischen Glauben beheimatet sein und aktiv am Gemeindeleben einer Pfarrei oder einer Gruppe teilnehmen. Sie sollte Interesse haben an missionarischer Arbeit und sozialem Engagement. Gute körperliche und psychische Gesundheit ist wünschenswert. Vor allem aber, sollte sie -wie der Heilige Benedikt sagt- “Gott suchen”.

Mit dem Eintritt in die Gemeinschaft beginnt die erste Phase der eigentlichen Ordensausbildung: das Postulat. Die Zeit des Postulats-ca ein bis zwei Jahre- dient dazu, sich enger mit der Berufung auseinanderzusetzen und die Berufung zum Ordensleben in der Ordensgemeinschaft zu überprüfen. Es ist eine Zeit des intensiveren Kennenlernens der Gemeinschaft und der Kongregation. Die Postulantin wird angeleitet, ihr Glaubens-und Gebetsleben zu vertiefen, ihre persönliche Berufung zu erspüren, ihre Fähigkeit zum Gemeinschaftsleben zu prüfen und die Kongregation, ihre vielfältigen Apostolate und die Person und Vision von Abt Franz Pfanner und Mutter Paula Emunds Stifters näher kennenzulernen.

Im Anschluss an das Postulat - nach vorheriger Anfrage der Postulantin und der Zulassung durch den Provinzrat und die Provinzleitung - wird die Postulantin in das Noviziat aufgenommen.

Das Noviziat - es dauert zwei Jahre- ist eine intensive Zeit der Vorbereitung auf die Ablegung der Gelübde.  Die Noviziatszeit ist vom Kirchenrecht her genau geregelt. Während dieser Zeit wächst die Novizin hinein in eine tiefe Christusbeziehung, die sie befähigt in voller und freier Hingabe auf Gottes Ruf zu antworten.

Der Schwerpunkt des Noviziates wird daher auf die spirituelle Ausbildung und das ganzheitliche Wachstum gelegt. Die Novizin lernt nach den evangelischen Räten zu leben, sich mit dem Charisma der Kongregation zu identifizieren und das Pascha-Mysterium Christi stets mehr zu verstehen und mit ihrem eigenen Leben zu leben. Wenn möglich findet das Noviziat in einer multikulturellen Gemeinschaft mit anderen Novizinnen der Kongregation statt. Das zweite Noviziatsjahr bereitet die Novizin auf die aktive Sendung in der Kongregation vor und leitet sie an, ihre Spiritualität in der Sendung zu den Menschen zu leben. Während des Noviziats werden die Novizinnen von der Noviziatsleiterin begleitet.

Am Ende des Noviziats stellt die Novizin die Anfrage auf die Zulassung zur Ersten zeitlichen Profess . Mit der Ersten Profess bindet sich die Novizin für (zuerst) ein Jahr an die Kongregation und wird eine Missionsschwester vom Kostbaren Blut.

Bis zur Ewigen Profess - fünf bis neun Jahre nach der ersten Profess- erneuert die Schwester ihre Gelübde jährlich oder alle zwei Jahre. Diese Zeit zwischen der ersten zeitlichen Profess und der Ewigen Profess, das heisst auf Lebenszeit- bezeichnen wir als Juniorat. Die Schwester lebt in dieser Zeit in der Gemeinschaft und arbeitet selbständig in ihrem Beruf oder an einem Arbeitsplatz in der Gemeinschaft. Manche Schwestern machen in dieser Zeit eine Berufsausbildung, ein Studium oder bereiten sich auf einen Einsatz in einem anderen Land in der Kongregation vor. Das Juniorat ist dazu da, das spirituelle Leben sowie das Missionsverständnis zu vertiefen, mehr und mehr in die Gemeinschaft und die Kongregation hineinzuwachsen, und zu erproben, ob die Schwester ihre Berufung als Missionsschwester vom Kostbaren Blut im Alltag mit seinen verschiedenen Situationen und Anforderungen leben kann.

Während des Juniorats wird die einzelne Schwester von einer Schwester begleitet und nimmt an Fortbildungen, Austausch und Treffen mit anderen Schwestern mit zeitlicher Profess teil. Das Juniorat endet mit der Ablegung der Profess auf Lebenszeit.