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Im Römerreich (bis 481 n.Chr.) gehörte unsere Gegend zur Provinz Noricum. Deren Hauptstädte waren: im Süden Virunum (~Maria Saal), im Norden Lauriacum (Lorch bei Enns). Kelten und Römer verstanden sich gut. Daher kam es relativ rasch zum Verschmelzungsprozess. Das Straßennetz wurde ausgebaut (Truppentransporte, Wirtschaft). Im Raum Villach gab es nachweisbar eine wichtige Straßenkreuzung! zwischen den Römerstraßen: Teurnia-Santicum (Villach) nach Virunum (Zollfeld, Maria Saal): Zudem lag Villach an der Schnittstelle der West-Ost und die Nord-Süd-Tangente: Von Ravenna über Venedig nach Lauriacum, weiter nach Vindobona (Wien) und Carnuntum (Petronell). Eine Brücke über die Drau trug zur Bedeutung von Villach bei.
Ab dem 3. Jh. n. Chr. gibt es Spuren frühen Christentums. Die Norischen Bistümer waren: Aquilea und Teurnia (St. Peter im Holz) In Noricum wirkten der hl. Severin (†482 in Mautern/Donau - “Vita Severina“) und der hl. Florian in Lauriacum/Lorch († 4. Mai 304). Im 5.-6. Jahrhundert verlöschen sich die Spuren des Christentums vorübergehend durch den einfallenden Sturm von Slaven, Ostgoten und Langobarden. Doch bereits im 7. Jahrhundert wirkt der Hl. Rupert in Juvavum - gibt der Stadt den Namen Salzburg und gründet das Bistum. Um 700 der Hl. Virgilius Bischof von Salzburg. Zwischen 748 - 784 kommt der Hl. Modestus als Chorbischof nach Maria Saal. Während dieser Zeit um ca. 760 wird Kärnten zusammen mit Bayern ein Teil des Fränkischen Reichs unter Karl dem Grossen. Der Karolinger Arnulf baut die Karnburg in Kärnten um 800 zur Kaiserpfalz aus und 888 wird Kärnten zum Herzogtum erhoben. Um 811 erhält das Erzbistum Salzburg durch Schenkung von Ludwig dem Deutschen 24 Königshöfe mit reichem Grundbesitz in Kärnten: MariaSaal, Karnburg, St .Peter/ Taggenbrunn, Drauhofen, St. Andrä, Gurnitz. Nun konnte Salzburg alle wichtigen Durchzugsstrassen kontrollieren. Grundherren liessen auf ihrem Besitz Kirchen errichten und konnten damit nach Belieben verfahren.
Ab 911 regieren in der Gegend die jeweiligen deutschen und österreichischen Könige und Kaiser. Sie übten unmittelbare Reichsgewalt aus. In 969 gründeten die Babenberger, eine österreichische Herrscherfamilie (bis 1246) “Ostarrichi”, das erstmals 976 urkundlich erwähnt wird.
1007 wird Bamberg im Herzogtum Franken von König Heinrich II , dessen Vater Herzog von Bayern und Kärnten war, zum Bistum erhoben. Bamberg erhält den Königshof, Burg und Kirche von Villach. Diese Schenkungen dienten Interessen von Reich und Kirche. Bischof Gunther wird es gestattet, beim „Weiler“ Villach einen Markt anzulegen, der bald zum wichtigen Handelsplatz wurde. Dazu kamen Besitzungen im oberen Lavanttal mit ertragreichen Bergwerken. Wolfsberg und Griffen, Feldkirchen, Federaun und Khünberg/Gailtal. Der Vizedom (Güterverwalter) war in Wolfsberg. Adel und Kirche bestimmten durch Jahrhunderte entscheidend das Schicksal des Landes. Dem Kärntner Herzog blieb kaum eine Möglichkeit, sich durch Besitz eine Machtbasis zu verschaffen. Fränkische Adelsfamilien wandern in Kärnten ein, darunter im 12. Jh. die Sponheimer. Sie stellen von 1122-1279 (ca. 150 Jahre) die Herzöge von Kärnten.
Die folgenden Informationen sind der Webpage Burgen-austria.com entnommen (www. burgen-austria.com): “Herzog Bernhard von Sponheim ließ 1227 am linken Drauufer die Burg Werdenberch errichten, die durch eine Brücke mit dem rechten Ufer verbunden war. Dieser geschützte Übergang sollte in Verbindung mit einem Markt auf der Drauinsel dem bambergischen Villach wirtschaftlich den Rang ablaufen, das die Handelsrouten nach Italien und Slowenien kontrollierte. Ein Jahr später kam es durch Vermittlung von Herzog Leopold dem Glorreichen und dem Salzburger Erzbischof Eberhard zu einem Vergleich, wobei der Kärntner Herzog Wernberg dem Bischof Eckbert von Bamberg schenkte und es gleichzeitig von ihm als erbliches Lehen annahm. Die Draubrücke musste allerdings abgebrochen werden. Der Streit flammte 1233 noch einmal auf, wobei Bischof Eckbert gefangen genommen und nur nach Bezahlung eines hohen Lösegeldes wieder freigelassen wurde. 1256 überließ Herzog Ulrich III die Burg seinem Bruder Philipp, der als letzter Sponheimer von 1275 bis 1279 Kärnten regierte. Zu Beginn des 14. Jh. kam Wernberg in den Besitz der Herzöge von Tirol, die es 1312 an Heinrich von Hohenlohe verpfändeten. Die ehemalige bambergische Lehenshoheit war zu diesem Zeitpunkt bereits obsolet. Nach 1335 wurde die Herrschaft des öfteren verpfändet oder als Lehen vergeben. So verlieh sie Herzog Friedrich von Tirol 1425 an Hans und Rupert Kreutzer. 1519 wird Wolfgang Khevenhüller, ein angesehener Villacher Stadtbürger, als Herr auf Wernberg genannt.
Als sein Sohn Sigmund ohne männliche Nachkommen starb, erbten seine Vettern den Besitz. Georg Freiherr von Khevenhüller zahlte die anderen aus und wurde Alleinbesitzer. Er war Landeshauptmann von Kärnten, Oberstkämmerer und Präsident der Innerösterreichischen Hofkammer. Zwischen 1570 und 1575 ließ er die alte Burg in ein stattliches Renaissanceschloss verwandeln, das ihm als Sommersitz dienen sollte. Als die Religionsfehden der Gegenreformation ihren Höhepunkt erreichten, war Paul Freiherr von Khevenhüller 1629 gezwungen, das Schloss an Sigismund von Wagensperg zu verkaufen und auszuwandern. Als königlich-schwedischer Obrist kämpfte er im Dreißigjährigen Krieg für König Gustav Adolf gegen Kaiser und Reich, was ihm vom Kaiser natürlich als Hochverrat ausgelegt wurde und ihm seine Besitzungen kostete. Im Erbweg kam Wernberg schließlich an die Freifrau Galler von Schwamberg, die es 1672 dem Abt Christoph Kaponig von Ossiach verkaufte. Dieser stockte die Gebäude auf und stattete sie im Inneren neu aus. Das Schloss galt damals als eines der schönsten von ganz Kärnten. Die Benediktinermönche behielten es bis zur Aufhebung des Klosters Ossiach durch Kaiser Josef II. im Jahr 1783. Der Staat zog Wernberg ein und verkaufte es bald. Nun folgten bis in das 20. Jh. hinein nicht weniger als zwanzig Besitzer, zu denen 1783 Gottlieb-Karl Ankershofen, 1809 der französische Bürgermeister von Villach, Anton Nagele, und von 1929 bis 1934 Leo Graf Zeppelin gehörten. 1935 kaufte der Orden der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut das Schloss. Es dient ihnen noch heute als Kloster, Bildungshaus und Gästepension.
Schloss Wernberg liegt auf einer dominierenden Anhöhe über der Drau. Es ist ein stattlicher dreigeschossiger Renaissancebau. Seine drei Trakte bilden eine nach Süden offene Anlage. An den vier Ecken stehen wuchtige, quadratische Türme mit Zeltdächern, die die übrigen Bauten um ein Stockwerk überragen. An den Nordwestturm schließt die Schlosskapelle an. Sie wurde um 1730 durch Abt Virgilius Gleißenberger erbaut. Der Kärntner Barockmaler Josef Ferdinand Fromiller schmückte sie mit Scheinmalereien aus. Selbst die Architektur des Hochaltares ist lediglich an die flache Wand gemalt. Max Josef Pittner ergänzte die Fresken durch zarte Stuckarbeiten. Später wurde die Kapelle profaniert und sogar zeitweise als Pferdestall verwendet. Zwischen 1962 und 1964 wurde der Raum wieder als Kirche eingerichtet. Über ihrem Eingang ist ein Relief eingemauert, das Christus als Welterlöser mit den Wappen der Khevenhüller und Thurzo zeigt. An den Bauherrn erinnert aber vor allem das an der Nordseite des Schlosses gelegene Einfahrtstor, das zu den schönsten Renaissanceportalen des Landes zählt. Seine Pfeiler und der darauf ruhende Bogen weisen eine doppelreihige Diamantquaderrahmung auf. Der Keilstein trägt das Wappen Georg Khevenhüllers von 1575. Als Supraporte dient eine schöne Steinmetzarbeit, die die Brustreliefs des Erbauers und seiner beiden Gattinnen Sybille Weitmoser und Anna Freiin von Thurzo zeigt. Die Wappen der beiden Frauen sind in den Torzwickeln angebracht. Den Abschluss über dem Portal bildet ein profiliertes gekuppeltes Doppelbogenfenster mit einer zarten Mittelsäule. Das schwere, mit Eisenblech beschlagene Holztor aus dem 16. Jh. dient noch immer seinem Zweck. An der Ostfront befindet sich ein barockes Sandsteinportal, das von Vasen und einer Kartusche mit der Jahreszahl 1755 gekrönt ist.
Durch das Haupttor und eine dreijochige Einfahrt gelangt man in den rechteckigen Innenhof. Er ist an der Ost- und Westseite in allen drei Geschossen von Arkadengängen umgeben, die im 19. Jh. zum Teil vermauert bzw. verglast wurden. Im Erdgeschoß ist in einem Bogenzwickel ein marmornes Brustbild Georg Khevenhüllers eingelassen. Ursprünglich blieb die Südseite des Arkadenhofes offen. Sie wurde erst später geschlossen. Den Abschluss nach Süden bildet nun eine Brüstungsmauer mit außen auf Kragsteinen ruhenden zwölf Bogen, die sich in weitere, von Substruktionen unterbrochene, stufenweise angeordnete Stützmauern fortsetzen. Diese Mauer ist heute als Verbindungsgang zwischen den anschließenden Flügeln ausgebildet. Hier standen Steinbüsten von Jesus Christus und den zwölf Aposteln, doch wurden diese 1929 verkauft. Im Hof ist ein aus einem Stück gearbeiteter und reich ornamentierter Fischkalter vom Ende des 16. Jahrhunderts als Brunnentrog aufgestellt. Im Inneren des Schlosses sind zwei Räume besonders bemerkenswert. Um 1675 ließ Abt Christoph Kaponig im Westtrakt den Speisesaal gestalten. Wegen seiner Stuckausschmückung mit Engelsköpfen wird er auch Engelssaal genannt. Einen Stock darüber liegt der Prälatensaal mit Stukkaturen und Deckenmalereien aus der zweiten Hälfte des 17. Jhdt. Letztere zeigen die Tätigkeiten der Mönche, wie wissenschaftliche Studien, Vorlesungen und Konzerte. Merkwürdigerweise verzichteten die Benediktiner beim damaligen Umbau auf die Anlage einer Bibliothek. Im ersten Obergeschoß des Osttraktes liegen einige gewölbte Räume, die ebenfalls mit Stuckarbeiten und Fresken geschmückt sind. In einem Flur steht eine überlebensgroße Schnitzfigur des hl. Georg (um 1700).” (www. burgen-austria.com)
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Die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut kommen nach Wernberg
1935 hat die damalige Generaloberin der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, Mutter Ebba, in Österreich ein geeignetes Haus für unsere Schwestern gesucht. Sie kaufte das Schloss Wernberg, obwohl dieses bereits in sehr schlechtem Zustand war und “Brennesselschloss“ genannt wurde. Mutter Ebba sagte damals: “Zwei Türen sperren; wir fangen an.“ - Sprach’s und pilgerte mit dem Torschlüssel des neu erworbenen Hauses nach Maria Wörth.
Mit unbeschreiblichem Fleiss haben die Pionier-Schwestern das Schloss wieder bewohnbar gemacht. Aber Hitler regierte schon in Deutschland und als er 1938 nach Österreich kam, hatten die Schwestern, deren Zahl inzwischen angewachsen war, eine funktionierende Landwirtschaft aufgebaut. Eines Tages kam die Nachricht, das Enteignungsverfahren werde eingeleitet.
Es wurde aber zurückgezogen, weil die Schwestern durch die Landwirtschaft so viel zur Volksernährung beigetragen haben. Landwirtschaft diente also der Sicherung des Lebensunterhaltes - vor allem während der Kriegs- und Nachkriegszeit.
Während des Krieges dienten Teile des Schlosses auch als Unterbringungsort für kranke und behinderte Menschen. Eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte des Schlosses liegt sicher in dieser Zeit. Es wurden nämlich von der SS Besatzung auch viele dieser Kranken deportiert.
Wie durch ein Wunder blieben Schloss und Umgebung von den Fliegerangriffen im März 1945 verschont. Nach dem Kriegsende begannen der Wiederaufbau und die weitere Renovierung.
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