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Neue Altarraumgestaltung
in der Klosterkirche Wernberg


Wir danken für allen Segen, den unsere Kongregation in 125 Jahren empfangen hat, für alles, was Gott in 75 Jahren Wirken der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut im ehemaligen Brennesselschloss Wernberg wachsen und gedeihen lassen hat.

Wir sind angewiesen auf Gottes Hilfe und erfahren uns als reich Beschenkte. Unser Dank weist hin auf das Zentrum unseres Lebens: das gemeinsame Gebet und die Feier der Eucharistie.

Als 1964 der ehemalige Pferdestall durch die große Renovierung wieder dem ursprünglichen Zweck, Kirche, zugeführt wurde, fehlten einfach die finanziellen Mittel für eine künstlerisch wertvolle Gestaltung des Altarraumes.

In unserer Zeit, in der viele Menschen ihren Weg nicht mehr mit der Kirche gehen zu können glauben, war es uns wichtig, den zentralen Raum christlichen Lebens so zu gestalten, dass seine Wertigkeit erfahrbar wird für Menschen unserer Zeit.

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Sr. Antonio Maria wollte in diesen altehrwürdigen Raum ein Zentrum stellen, das durch seine Transparenz und Symbolik die wichtigsten Glaubensinhalte deutlich erkennen lässt.

Der Altar steht nach katholischem Verständnis für Jesus selbst und seine Botschaft, die er in seinem Tod durch sein Blut bezeugt hat: „Das Maß aller Dinge ist Liebe, eine Liebe, die jede Form von Selbstschutz und Herrschaft auf Kosten anderer ausschließt, eine Liebe, die sich in den Zeichen von Brot und Wein verschenkt und austeilt, die Nahrung, Kraft und Leben in Fülle für alle Menschen sein will.“ Die Feier der Eucharistie ist ständige Herausforderung an uns, so zu handeln, wie Jesu gehandelt hat.

Glas ist Zeichen für Transparenz und Klarheit – jedoch auch für Zerbrechlichkeit, für die Anfälligkeit unseres Glaubens.
 

Der Ambo ist Ort der Verkündigung des Wortes Gottes. Lebendiges Wasser aus Gottes schöpferischem Geist soll uns immer wieder erneuern im Glauben, im Vertrauen und in der Liebe. Gottes Wort soll uns reinigen von den Trübungen und Finsternissen des Alltags soll uns auferwecken aus der Gewöhnung an Zeitströmungen, die eine trügerische Fülle des Lebens versprechen. Es soll in uns den innigen Durst nach Heiligkeit und Gerechtigkeit wach halten.

Solche Gedanken erfüllten unsere Gründer, Abt Franz Pfanner und Mutter Paula Emunds, als sie der Kongregation der Mariannhiller Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Südafrika erste Strukturen vorgaben.

 

Ca. 50 Jahre vorher hatte eine Frau in Italien diese Haltungen radikal gelebt. Eine Reliquie dieser hl. Maria De Mattias ist in das Kreuz unseres Altares eingefügt.

Sie wurde am 4. Februar 1805 in Vallecorsa in Italien geboren, starb in Rom am 20. August 1866 und wurde 2003 heilig gesprochen. Als Kind erlebte sie in einer Zeit des Umbruchs Überfälle aus Hass und Rache mit einem brutalen Mord vor dem Altar der Heimatkirche.

Im Alter von 17 Jahren wurde ihr die Oberflächlichkeit ihres Lebens bewusst, ebenso die Erkenntnis, die sie zur Gründung einer Ordensgemeinschaft führte:

„Gesellschaftliche Reformen müssen im Herzen der Menschen beginnen. Diese verändern sich, wenn sie erkennen, wie kostbar sie in den Augen Gottes sind und dass Jesus aus Liebe all sein Blut für sie vergossen hat.“
 

Der Tabernakel zeigt das geteilte Brot und erinnert in seinem Inneren an den brennenden Dornbusch.

 

 

 

Möge Gottes unbedingte Treue uns zu wahrhaft liebenden Menschen umgestalten.

Am 24.9.2010 wurde der neue Altarraum durch den Hwst Herrn Bischof Dr. Alois Schwarz mit einem feierlichen Hochamt eingeweiht. Die Predigt zum Nachlesen finden Sie hier.

Weitere Fotos finden Sie hier.