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Am 24.September wird unsere Postulantin Bettina uns in Richtung Kanada verlassen, wo sie ins internationale Noviziat unserer Kongregation aufgenommen wird und die nächsten zwei Jahre ihrer Ordensausbildung verbringen wird. Wir freuen uns natürlich sehr mit Bettina über diesen nächsten Schritt, obwohl wir sie hier natürlich sehr vermissen werden! Über Ihre Erfahrungen im letzten Jahr hier bei uns und ihre Zukunft in Kanada, berichtet sie selber.... |
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Die Sehnsucht ist überall gleich ...
Morgen werden wir mein „Jahrgedächtnis“ hier in Wernberg feiern. Am 18. Sept. 2008 traf ich in Kärnten ein. Nicht um Urlaub zu machen, sondern weil ich mich gerufen fühlte, bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg einzutreten. Obwohl Kärnten alles bietet, was ich als absolute Naturfreundin brauche, fiel mir der Abschied von meiner Familie, meinen Freunden und meiner Heimat nicht ganz leicht. Liegen doch knapp 900 km zwischen der Eifel (Deutschland) und Kärnten. Die tiefe Sehnsucht nach Gott und ein wachsendes Wissen darum, dass ich dort diese Beziehung noch intensiver gestalten und leben kann, ließen mir „keine Wahl“, als diesen Schritt zu tun. Ein „Mehr“ an Leben ist ja unser aller Streben, ob im Kloster, in der Familie oder als Single. Mein Schritt ins Kloster auch die Konsequenz, dass ich meinen sicheren Arbeitsplatz in Luxembourg kündigen musste, was ja auch ein Wagnis ist. „Alles lassen, weil ER mich nicht lässt!“ (A. Schwarz) Die Schwestern und die Kärntner haben mir mein Ankommen aber ziemlich leicht gemacht, außerdem hatte ich bei der Abreise mein Fahrrad im Gepäck. Ich genieße es und es tut mir immer wieder gut, das Kloster mal hinter mir zu lassen und mit dem Rad durch die Natur zu fahren, mir den Wind um die Ohren blasen zu lassen und die große Freiheit zu spüren, die uns wirklich geschenkt ist. Als frühere Leistungssportlerin ist Bewegung für mich ein Lebens-elexier. Heute kann ich mit Überzeugung sagen: „Es hat sich gelohnt!“ Bei jedem Schritt fühlte ich die große Liebe Gottes, der mir den Weg wunderbar ebnete und mir immer wieder Menschen zur Seite stellte, die eine Wegstrecke mit mir gingen oder einfach da waren. Die Schritte auf meine Sehnsucht zu und zu einer immer größeren Freiheit, musste ich aber selbst setzen. Anfangs dachte ich: Du findest im Kloster vielleicht alles, doch bestimmt keine Freiheit und der bin ich viele Jahre nachgerannt. Vielleicht ist mir die Freiheit heute noch wichtiger, ich definiere sie aber anders. Ich übe mich darin ein, mein Leben mehr und mehr dem zu überlassen, der mir „Leben in Fülle“ zugesagt hat und den ich Vater nennen darf. Eine Aussage unserer Mitgründerin Mutter Paula ist mir täglich Nahrung: „GOTT ist mein Vater und ich bin sein Kind!“ Die Möglichkeit, die ich im Kloster habe, um zu reifen, ganz zu werden, mit allem Licht und Dunkel, denn auch hier menschelt es, wir sind halt alle erst auf dem Weg, Heilige zu werden, empfinde ich wirklich als Luxus. Die Gemeinschaft ermöglicht es mir, durch Gespräche, durch intensive Begleitung, durch Praktikas, durch Schweigen, Beten, Meditieren, meiner Berufung auf die Spur zu kommen. Und es gibt sicherlich nichts Erfüllenderes als das zu leben, wozu ich zutiefst berufen bin.
Das Postulat, die erste Zeit im Orden, wird individuell gestaltet und dauert ein bis zwei Jahre. Während des Postulats geht es darum, die Gemeinschaft besser kennen zu lernen und mich selbst innerhalb dieser Gemeinschaft wahrzunehmen. Ich lebte in dieser Zeit mit zwei Schwestern in Landskron im Pfarrhaus, wo ich einige Aufgaben in der Pfarre übernommen hatte. Täglich fuhr ich aber -meist mit dem Rad- nach Wernberg, um dort zu arbeiten und mit den Schwestern Leben zu teilen. Nun ist diese erste Phase des Prüfens abgeschlossen und mit Freude erwarte ich das zwei-jährige Noviziat. Mittelpunkt dieser Zeit ist die Beziehung zu GOTT, zu Jesus, der mir immer mehr DU sein möchte. Da wir eine internationale Ordensgemeinschaft sind, haben wir auch ein internationales oder interkontinentales Noviziat, welches in Kanada ist. Nach dort werde ich nächste Woche reisen, um mit 4 weiteren jungen Frauen unserer Gemeinschaft aus Kenia, Mocambique, Kongo und Kanada zu leben. In all unserer Verschiedenheit werden wir einer gemeinsamen Sehnsucht folgen, denn die ist überall gleich. Wir werden dort mit unserer Begleiterin gemeinsam unterwegs sein, um GOTT zu suchen und uns von IHM finden, lieben zu lassen, und unserer je eigenen Berufung mehr und mehr auf die Spur zu kommen.
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